1. DIE NOT DER ELTERN
einen Platz zu finden, wo Maria ihr Kind gebären konnte.
Dann einen Ort zu finden,
wo Josef und Maria mit ihrem neugeborenen Kind bleiben konnten.
Keine ärztliche Versorgung. Keine Hilfe: die Herberge war voll.
Eine Hebamme?
Möglicherweise eine andere Frau, aus dem gleichen Stamm oder Ort.
Die Not, mit dem Baby abgewiesen zu werden, unerwünscht zu sein,
keine Hilfe zu erhalten,
mit dem Schicksal alleine dazustehen:

denken wir auch an die Kinder und Kriegswaisen
im Kongo, in Dafur, in Orissa,

die Eltern, selber sterbenskrank,
die sich Sorgen um ihre unmündigen Kinder machen

die mißbrauchten und vergewaltigten Mütter
in den vielen Kriegen dieser Welt

Flüchtlingsfamilien und Asylanten

Menschen mit großer Hoffnung,
Menschen mit Rechten und Menschen mit so wenig Chancen.

Maria und Josef: abgewiesen und weggeschickt.

Das geschieht doch auch heute, auch in unserer Welt.




karren.jpg

2. DIE TREUE DER MUTTER MARIA
Maria als "Mutter meines Herrn"
ist ganz bereit zu Dienst und Hingabe.
Ihr ganzes Leben richtet sie aus auf ihren Sohn, Jesus.
Maria wird dargestellt von Lukas als Glaubende Frau.
Sie ist die Frau, die Gott vertraut, rückhaltlos.
Sie ist nicht die von vornherein Wissende.

Schritt für Schritt wächst ihr Leben in Gottes Wirklichkeit hinein.
Sie ist die Frau, die geglaubt hat,
dass in Erfüllung geht, was ihr der Herr sagen ließ. (Lk 1, 45)

Sie begleitet ihren Sohn,
steht weinend unter seinem Kreuz, gestützt durch Johannes,
begegnet voll Staunen dem Auferstandenen
und empfängt den lebensspendenden Geist Gottes,
gemeinsam mit den Jüngern, an Pfingsten.

Nur durch ihre Treue wächst sie im Glauben,
wächst sie über sich selbst hinaus,
wird sie Mutter aller Glaubenden, Mutter der Kirche.







3. JESUS DER RETTER DER WELT
wird Seite an Seite mit den Armen geboren;
ja, er ist einer von ihnen: ein Mensch ohne alle Privilegien.
In einer Futterkrippe, nicht in einem Palast
wird der Herr der Welt geboren.

Vielleicht deshalb ist sein Leben und seine Botschaft
so verheißungsvoll für die, die wirklich nichts haben
und die sich von Tag zu Tag weiterkämpfen müssen:
"du hast Worte ewigen Lebens" (Joh. 6, 68).
Das Volk hing an seinen Lippen.

4. DIE FREUDE DER HIRTEN
machen wir uns klein, beugen wir uns tief,
finden wir unseren Platz in der Weihnachtsgeschichte.

Uns, jedem von uns, ist der Retter geboren.

Suchen wir ihn dort, wo er wirklich ist,
in Armut und verlassen
auf den Strassen dieser Welt,

(Lk 2, 12): Und das soll euch zum Zeichen dienen:
ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt,
in einer Krippe liegt.
Nur das
und nur so. Amen.

Wolf Zanorashe Schmidt S. J.