Auf den Hund gekommen

Lukas 16, 19 - 31

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Jesus, der orientalische Gleichniserzähler: "Es war einmal ein reicher Mann ..."
Heute wohl auch: "Es war einmal eine reiche Frau!"

Es war einmal? So fangen doch Märchen an? Ja.
So fangen aber auch Gleichnisse, Erzählungen, an.

Skurill und fast etwas witzig: die barmherzigen Hunde!
Die haben Mitleid mit dem armen, auf der Straße liegenden Lazarus.
Zu essen geben können sie ihm allerdings nicht.
Seine schwärenden Wunden verbinden können sie auch nicht.
Sie sind ja "nur" Hunde!
Aber sie sind barmherzig zu Lazarus, sie lecken seine Wunden.

Unbarmherzig ist im Gleichnis der reiche Mensch, der aufgrund seines Reichtums alles hat, um Lazarus zu helfen, aber es nicht tut.

Fast "steigt" er jeden Morgen über diesen Armen hinweg, der vor seiner Tür lebt, um seinen Geschäften nachzugehen.
Nein, nein, er kann nicht sagen: ich habe ihn nicht gesehen!
Diese Entschuldigung schließt Jesus in seiner Geschichte gleich aus.

Genauso, wie wir das nicht sagen können: wir sehen ja sogar "fern"!
Die Ertrinkenden im Mittelmeer, die verzweifelten Menschen im zerbombten Aleppo, in Syrien ...
Nie können wir sagen: wir wussten ja nicht; wir sahen ja nicht.

Immer ist es für uns gesendet worden; mit jeder Tageszeitung war es für uns alle aufgeschrieben.
Wir wussten davon.

Da lecken die Straßenhunde Lazarus' Wunden! Absurd. Und rührend, gleichzeitig.

Der Reiche ist "der Reiche". Nur Lazarus hat einen Namen. Gottes Plan setzt sich durch:
der Arme wird bei Gott "entschädigt": Engel kommen und tragen Lazarus direkt bis in den Schoß des Stammvaters Abraham. Dort geht es ihm gut.

Der Reiche "starb und wurde begraben". Oh, das sagt schon alles! Zwei Meter unter der Erde.
Und alles Bitten und Betteln hilft nichts! Der Reiche bekommt jetzt das "zu schmecken", was Lazarus auf Erden durchleiden musste: Hunger und Durst, Unbehaust sein, auf der Flucht, ohne seine Verwandten, ein Dreckskerl halt, um den sich niemand --- auch Gott nicht! --- kümmert. Das ist ja nur gerecht. Die ausgleichende Gerechtigkeit Gottes.

Und, nehmen wir alle das mit in die Woche:
WAU WAU:

Die besseren Christen sind manchmal die Tiere!
Sehen wir uns vor!
Noch ist es Zeit, wirklich Christ zu werden. Amen.

Wolf Z. Schmidt S. J.