I N   D A S   J A H R   2007

Szene 1:

Da sitzt einer hoch oben in den winterlichen Bergen auf einer Bank.
Er hat die Augen geschlossen. Um seinen Mund ist ein Lächeln. Was macht ihn denn so froh?
Er hat sein Gesicht ganz der Sonne zugewandt. Sie strahlt so hell und warm, dass er die Augen schließen mußte. So hell und warm "liegt" der Sonnenschein auf seinem Gesicht.
Wie gut das tut!
Wärme und Helligkeit -ganz umsonst- und eine stille Freude.
Ein Gleichnis für Gottes Liebe zu uns: "Er läßt sein Angesicht über uns leuchten" (Numeri 6, 25)
Warm und hell und voller Liebe.
Wenn wir in solchen Momenten aufmerksam sind, dann können wir nur aus ganzem Herzen wünschen:
Ja, an solch einen Gott, da möchte ich glauben!

Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten

Vor Jahrtausenden erkannten Menschen,
dass so Gott zu ihnen ist: gut, lichtvoll, persönlich.

Szene 2:

Eine Frau ist aus dem Schnellzug ausgestiegen. Auf dem Bahnsteig schaut sie prüfend, etwas unsicher, nach links und nach rechts: ist sie wohl da, ihre Freundin, die sie abholen wollte?
Noch einmal schaut sie nach links und nach rechts, suchend.
Ah, da ist sie ja!
Freudig winkt sie hinüber. Dann sieht auchj die Freundin sie und kommt auf sie zu, mit ausgebreiteten Armen. Beide schauen sich nun unverwandt an, "bist du es wirklich?". Voll Freude umarmen sie einander.
Und dann gehen sie nebeneinander, die Freundin übernimmt das Gepäck,
jetzt wird erzählt .....
Da bist du ja endlich!
Ein Gleichnis für Gottes Liebe zu uns?

Gott will uns sehen, unsere Freude und unsere Not,
er ist ein uns zugewandter Gott,
ein Gott-mit-uns, ein Emmanuel.
Und so auch in diesem neuen Jahr.
Wir dürfen uns zu ihm wenden, nicht weg von ihm, zu ihm hin, denn:

er wendet sein Angesicht mir zu und schenkt mir Heil. (Numeri 6, 26)

Er liebt mich. Er freut sich über mich.
So, als gäbe es nur ihn und mich.

Maria hat Gottes Größe erkannt, zuerst erschrocken, dann dankbar, selig und erfreut:
Magnificat: meine Seele preist die Größe des Herrn!

Immer wieder werden wir gesegnet.
Immer wieder machen auch wir das Segenszeichen.
Mit guten Wünschen und Grüßen segnen wir andere.

Als Volk Gottes sind wir gesegnet
---mit Zeichen der Nähe Gottes, in den Sakramenten,
---mit Gottes Wort
mit Engeln und Heiligen, besonders der Mutter Gottes, Maria.
Sie fordert uns heute auf: "Was er euch sagt, das tut!"
Seien wir froh, dass wir solch einen Gott haben, der uns segnet,
sich uns zuwendet, sich uns schenkt. Amen

Und das war die Tageslesung aus dem Buch Numeri (6, 22 - 27):

Der Herr sprach zu Mose: Sag zu Aaron und seinen Söhnen: so sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen:
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.
So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und sie segnen.

Predigt zum 1. Januar, dem Hochfest der Gottesmutter.
P. Wolf Zanorashe Schmidt S. J.